Mittelmeerkrankheiten 
bei Hunden


Zeckenschutz der beste Schutz


Gesundheitsvorsorge, was wir tun

Alle genannten Krankheiten haben eines gemeinsam: Sie werden von Parasiten wie Zecken oder Mücken übertragen. Da viele dieser Erreger auch in Mitteleuropa heimisch sind, ist ein zuverlässiger Schutz vor Parasiten die wirksamste Vorbeugemaßnahme. Es ist daher dringend empfohlen, wissenschaftlich getestete und nachweislich effektive Produkte zur Parasitenabwehr zu verwenden – und das regelmäßig.

Das Wohl und die Gesundheit unserer Schützlinge stehen für uns an oberster Stelle. Aus diesem Grund werden alle Tiere, die unsere Tierschutzorganisation betreut, vor der Ausreise umfassend medizinisch untersucht. Ein fester Bestandteil dieser Untersuchung ist der Test auf sogenannte Mittelmeerkrankheiten und parasitenübertragene Infektionen. Dazu zählen unter anderem Anaplasmose, Ehrlichiose, Borreliose und Dirofilariose (Herzwurm), die mithilfe eines speziellen 4D-Tests erkannt werden können.

 

Welpen erhalten ebenfalls eine umfassende Führsorge. Sie werden von uns mehrfach entwurmt, um bereits im frühen Alter einen wirksamen Schutz gegen innere Parasiten zu gewährleisten. Zusätzlich werden Spot-on-Präparat angewendet, die zuverlässig vor äußeren Parasiten wie Flöhen, Zecken und Milben schützen.

Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Gesundheit aller Tiere – sowohl während ihrer Zeit bei uns im Ausland als auch nach der Adoption in Deutschland. 

Die sogenannten „Mittelmeerkrankheiten“ spielen vor allem im Auslandstierschutz eine große Rolle und werden häufig thematisiert. Der Name kann jedoch etwas täuschen, denn diese Erkrankungen sind längst nicht mehr nur im Mittelmeerraum verbreitet. Inzwischen treten sie auch in Ländern wie Bulgarien und teilweise sogar in Deutschland auf. Es handelt sich dabei um Infektionskrankheiten, die durch Parasiten wie Zecken oder Mücken übertragen werden und ursprünglich vor allem in Südeuropa vorkamen. Zu den bekanntesten zählen Anaplasmose, Leishmaniose und die Dirofilariose, die auch als Herzwurmerkrankung bekannt ist.

Hunde, die aus dem Ausland kommen, hatten während ihres Lebens auf der Straße oder im Tierheim oft nur wenig Schutz vor Parasiten. Dadurch ist das Risiko erhöht, dass sie sich mit einer dieser Krankheiten angesteckt haben. Zwar führt nicht jeder Stich durch eine Zecke oder Mücke automatisch zu einer Infektion, doch bereits ein einziger Kontakt kann ausreichen. Aus diesem Grund ist es wichtig, Hunde vor der Ausreise aus betroffenen Regionen gezielt auf diese Krankheiten testen zu lassen.

Unter dem Begriff „Mittelmeerkrankheiten“ versteht man also eine Gruppe von Infektionskrankheiten, die besonders häufig in südlichen Ländern vorkommen und vor allem Hunde betreffen. Sie können die Gesundheit der Tiere erheblich beeinträchtigen. Deshalb ist es entscheidend, sich über typische Symptome, Übertragungswege und Schutzmaßnahmen zu informieren. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung spielt eine zentrale Rolle, um die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Hunde langfristig zu sichern.

 

Früherkennung mit dem 4D-Test

Wir führen bei allen unseren Hunden bei der Aufnahme einen spezieller Schnelltest – der sogenannte 4D-Test – durch. Dieser kannn die häufigsten parasitenübertragene Krankheiten: Anaplasmose, Ehrlichiose, Borreliose und Dirofilariose nachweisen. Da die Symptome dieser Krankheiten oft nur schwach ausgeprägt oder gar nicht vorhanden sind, ist der Test eine wichtige Maßnahme.

 

Sollte ein Ergebnis positiv sein, können wir frühzeitig Maßnahmen zur Behandlung einleiten. Die meisten dieser Krankheiten sind gut therapierbar und haben bei rechtzeitiger Behandlung eine sehr gute Prognose.

Der 4D-Test erkennt keine Leishmaniose, Hepatozoonose oder Babesiose. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Test einige Monate nach Einreise wiederholen oder auf andere Testmethoden wie PCR setzen, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Schütze deinen vierbeinigen Freund: Häufigste Mittelmeerkrankheiten kennen

Hier erfährst du mehr über die häufigsten Mittelmeerkrankheiten wie Leishmaniose, Ehrlichiose und Dirofilariose. Jede dieser Krankheiten kann ernsthafte Gesundheitsrisiken für dein Haustiere darstellen. Es ist wichtig, sich über die Symptome, die Übertragung und die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, um die Gesundheit Ihrer Hunde zu schützen. Durch gezielte Prävention und rechtzeitige Diagnosen lassen sich viele der Risiken erheblich minimieren.

Leishmaniose: Eine ernsthafte Bedrohung

Leishmaniose

Übertragung: Sandmücken (meist in der Dämmerung aktiv)

Erreger: Leishmania infantum (ein Einzeller)

Symptome: Hautveränderungen, Haarausfall (v. a. an Ohren, Augen, Nase), Abmagerung, vergrößerte Lymphknoten, Augenprobleme, Nasenbluten, Nierenprobleme

Verlauf: Chronisch – kann lebenslang latent oder aktiv sein

Behandlung: lebenslange Therapie (Allopurinol, ggf. Milteforan), regelmäßige Blutkontrollen erforderlich

Anmerkung: Nicht heilbar, aber mit guter Pflege und Therapie gut kontrollierbar. 

 

Ehrlichiose: Unsichtbarer Feind im Blut

(Canine monocytäre Ehrlichiose)

Übertragung: Zecken, v. a. die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Erreger: Ehrlichia canis (ein intrazelluläres Bakterium)

Symptome: Fieber, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit, Blutarmut, Blutungen (z. B. Nasenbluten), vergrößerte Lymphknoten, Augenentzündungen

Behandlung: Antibiotika (v. a. Doxycyclin über 3–4 Wochen)

Prognose: Gut, wenn früh erkannt und konsequent behandelt. 

 

Dirofilariose: Die Gefahr durch Herzwürmer

(Herzwurmerkrankung)

Übertragung: Stechmücken

Erreger: Dirofilaria immitis (Fadenwurm, der sich in Herz und Lunge ansiedelt)

Symptome: Husten, Atemnot, Leistungsschwäche, später Herzinsuffizienz

Diagnose: Antigentest + Blutuntersuchung auf Mikrofilarien

Behandlung: Komplex und langwierig (Eradikation der Würmer + Herzunterstützung)

Wichtig: Vorbeugung durch Spot-Ons oder Tabletten (z. B. Milbemycin) in Endemiegebieten
 

Anaplasmose

Diese bakterielle Infektion wird durch Zecken übertragen. Viele Hunde zeigen keine oder nur milde Symptome, in schwereren Fällen kann es zu Fieber, Mattigkeit, Gelenkentzündungen und Magen-Darm-Problemen kommen. Häufig ist im Blutbild ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) feststellbar. Die Therapie erfolgt in der Regel mit Antibiotika und ist meist unkompliziert. Da diese Krankheit in Bulgarien und Deutschland verbreitet ist, ist ein konsequenter Zeckenschutz essenziell.

Babesiose

(auch „Hundemalaria“) ist eine ernsthafte Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Babesia verursacht wird. Diese zerstören die roten Blutkörperchen deines Hundes.

 

Typische Anzeichen:

  • Hohes Fieber
  • Mattigkeit / Schwäche
  • Appetitlosigkeit
  • Dunkler Urin (braun-rötlich)

Fortgeschritten:

Blasse oder gelbliche Schleimhäute

Schneller Herzschlag / Atmung

Bewegungsunlust

In schweren Fällen: Organversagen

Inkubationszeit

Meist 5–7 Tage nach dem Zeckenbiss

Diagnose

Blutuntersuchung beim Tierarzt

Nachweis der Parasiten in roten Blutkörperchen oder per PCR

 

Behandlung

Spezifische Medikamente gegen Babesien (z. B. Imidocarb)

Unterstützende Therapie (Infusionen, ggf. Bluttransfusion)

Wichtig: Früh behandeln = deutlich bessere Prognose

Vorbeugung

Konsequenter Zeckenschutz (Spot-on, Halsband, Tabletten)

Hund nach Spaziergängen absuchen

Zecken sofort entfernen

Wichtig für Deutschland

Babesiose kommt inzwischen auch in Deutschland (u. a. durch Ausbreitung der Auwaldzecke) häufiger vor – nicht mehr nur im Mittelmeerraum.

 

Borreliose

Borreliose beim Hund ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, verursacht durch das Bakterium Borrelia burgdorferi. Sie ist verwandt mit der menschlichen Lyme-Borreliose, verläuft beim Hund aber oft anders.

Übertragung

  • Durch Zeckenbiss, v. a. die Ixodes ricinus
  • Die Übertragung erfolgt meist erst nach 12–24 Stunden Saugen → frühes Entfernen hilft!

Symptome beim Hund

Viele Hunde zeigen keine Symptome, aber wenn doch:

Typisch:

  • Lahmheit (oft wechselnd zwischen Beinen)
  • Fieber
  • Müdigkeit / Antriebslosigkeit
  • Geschwollene Gelenke
  • Appetitlosigkeit

Selten, aber ernst:

  • Nierenprobleme (kann lebensbedrohlich werden)
  • Chronische Gelenkentzündungen

Inkubationszeit

  • Oft Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss → schwer zu erkennen

Diagnose

  • Bluttests (Antikörper gegen Borrelien)
  • Kombination aus Symptomen + Testergebnis wichtig (nicht jeder positive Test = krank)

Behandlung

  • Antibiotika, meist Doxycyclin über mehrere Wochen
  • Gute Erfolgschancen, wenn früh behandelt

Vorbeugung

  • Zeckenschutz ist entscheidend (Spot-on, Tabletten, Halsband)
  • Zecken schnell entfernen
  • Es gibt auch eine Impfung für Hunde (umstritten, je nach Risiko sinnvoll)

Unterschied zur Babesiose

  • Borreliose: Bakterien, oft langsamer Verlauf, Gelenkprobleme
  • Babesiose: Parasiten, meist akut und schwer (zerstört Blutkörperchen)
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